Überschrift weglassen. Als Forderung formulieren.
| Antrag: | Wehrhaft für den Frieden - Grüne Rüstungspolitik europäisch neu definiert - Programmatisches Papier (Entwurf) |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Gerrit Kurtz |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | 21.09.2026, 22:12 |
| Antrag: | Wehrhaft für den Frieden - Grüne Rüstungspolitik europäisch neu definiert - Programmatisches Papier (Entwurf) |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Gerrit Kurtz |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | 21.09.2026, 22:12 |
Überschrift weglassen. Als Forderung formulieren.
Wir sind und bleiben die Partei des Friedens. Unser Ziel ist eine Welt, in der
Konflikte ohne Gewalt ausgetragen werden - durch Recht, Diplomatie und
internationale Zusammenarbeit.
Doch Frieden ist kein Zustand, den man nur wünschen kann; er muss geschützt
werden. Russlands imperialer Angriffskrieg, hybride Angriffe auf unsere
Demokratien und die schwindende Verlässlichkeit der USA zwingen Europa, mehr
Verantwortung für seine Sicherheit zu übernehmen. Diese Bedrohung bestimmt das
notwendige Maß unserer Verteidigungsfähigkeit und damit auch die
Rüstungsanstrengungen.
Unsere Grundformel lautet: Wehrhaftigkeit ist das Mittel, Abrüstung bleibt das
Ziel. Wir rüsten nicht, weil wir an Waffen glauben, sondern damit niemand
glaubt, uns angreifen zu können. Und wir sagen ebenso klar: Rüstung dient der
Politik - niemals umgekehrt. Für Deutschland gilt dabei: Deutsche militärische
Macht darf nur europäisch eingebettet, völkerrechtlich gebunden und gemeinsam
mit Partnern eingesetzt werden.
Sicherheit ist mehr als militärische Stärke. Sie umfasst soziale Stabilität,
Klimasicherheit, Schutz kritischer Infrastruktur und die Widerstandskraft
unserer Demokratie.
Zivile Krisenprävention, Diplomatie, Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre
Hilfe und Rüstungskontrolle haben Vorrang vor militärischen Mitteln - nicht als
Floskel, sondern als Prüfmaßstab jeder Entscheidung. Unser sicherheits- und
rüstungspolitisches Handeln bleibt dabei durch das Völkerrecht gebunden; die
Stärkung und Durchsetzung der internationalen Rechtsordnung ist selbst Teil
unserer Friedenspolitik.
Militärische Gewalt ist ultima ratio, gebunden an Völkerrecht, Grundgesetz und
Parlamentsvorbehalt. Aus der Friedensbewegung kommend wissen wir: Wer
Gewaltlosigkeit zum Ziel hat, muss Gewalt abschrecken können, solange andere
bereit sind, sie einzusetzen. Verteidigungsfähigkeit und Friedenspolitik sind
für uns kein Widerspruch, sondern zwei Seiten derselben Verantwortung.
Resilienz neben Verteidigung und Rüstung gesamtstaatlich und europäisch denken:
gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit, Zivilschutz, Cybersicherheit und Schutz
kritischer Infrastruktur sind gleichrangiger Teil der Verteidigungsfähigkeit und
grenzüberschreitend zu organisieren. Gerade die gesellschaftliche
Widerstandsfähigkeit kann nicht durch Technologie geschaffen werden. Stattdessen
ist eine Stärkung der Menschen in Ihrer Heimat nötig. Europäische Politik muss
hier mit mutigem Vorbild und offener Kommunikation voran gehen und die lokalen
Strukturen befähigen die für sie passenden Vorbereitungen zu treffen.
Der Maßstab unserer Rüstung ist die reale Bedrohungslage - nicht Symbolzahlen,
nicht Industrieinteressen, nicht Prestige. Mehr Geld ersetzt keine Strategie.
Wir wollen eine einsatzbereite Bundeswehr als verlässlichen Beitrag zur
europäischen Landes- und Bündnisverteidigung - nicht die stärkste nationale
Armee Europas als Selbstzweck, sondern einen starken deutschen Beitrag zu
gemeinsamer europäischer Sicherheit.
Die Rüstungsindustrie wächst - an Umsatz, an Beschäftigten, an politischem
Gewicht. Wir sagen unmissverständlich: Das Primat der Politik ist nicht
verhandelbar. Eine Demokratie, in der wirtschaftliche Rüstungsinteressen
sicherheitspolitische Entscheidungen prägen, hat ihre Friedensfähigkeit bereits
verloren. Wir wollen eine leistungsfähige europäische industrielle Basis -
eingehegt, kontrolliert und dem Gemeinwohl verpflichtet, in Umfang, Kapazität
und Fähigkeiten gebunden an die europäischen Bemühungen zur Erlangung und
Aufrechterhaltung der Landes- und Bündnisverteidigung. Der deutsche
Ausgabenaufwuchs darf nicht in eine abgeschottete nationale Rüstungsökonomie
münden.
Rüstungsexporte sind keine normalen Wirtschaftsgüter, sondern außen- und
sicherheitspolitische Entscheidungen. Sie müssen gesetzlich gebunden,
demokratisch kontrolliert und in eine gemeinsame europäische Strategie
eingebettet sein:
Abrüstung bleibt unser Ziel - gerade weil wir heute aufrüsten müssen. Jeder
Fähigkeitsaufwuchs muss deshalb mit europäischen Initiativen für
Rüstungskontrolle, Risikoreduktion und Transparenz verbunden werden. Wir
arbeiten an der Wiederbelebung konventioneller Rüstungskontrolle in Europa, an
Transparenz- und Vertrauensbildungsmaßnahmen und an neuen Regimen für Drohnen,
Hyperschallwaffen und militärische KI. Langfristig bleibt unser Ziel eine
tragfähige europäische Sicherheitsordnung, die bei einer grundlegenden
Veränderung russischer Politik auch Russland in verifizierbare Regeln,
Rüstungskontrolle und wechselseitige Reduktionsschritte einbezieht. Eine solche
Perspektive relativiert weder die gegenwärtige Bedrohung noch die Notwendigkeit
glaubwürdiger Abschreckung.
Zur nuklearen Frage sagen wir ehrlich: Solange Nuklearwaffen existieren und
Russland mit ihnen droht, bleibt Deutschland als Mitglied der NATO Teil der
erweiterten Abschreckung; Angesichts der schwindenden Verlässlichkeit der USA
unterstützen wir eine gemeinsame europäische Debatte - mit Frankreich, dem
Vereinigten Königreich, den östlichen Partnern und innerhalb der NATO - darüber,
wie britische und französische Abschreckung stärker zur Sicherheit ganz Europas
beitragen kann.
Deutschland kann und darf weder grundsätzliche Fragen der nuklearen noch der
konventionellen Rüstung allein entscheiden. Wir nehmen auch in diesem Kontext
die historische Rolle Deutschlands in den Blick und deswegen Sorgen unserer
Partner ernst und wollen daher sicherheitspolitische Rahmenbedingungen nur im
europäischen Rahmen eingebettet entscheiden.
Zugleich halten wir am Ziel einer atomwaffenfreien Welt fest, unterstützen den
Beobachterstatus beim Atomwaffenverbotsvertrag (TPNW) und setzen uns für
Rüstungskontrollinitiativen zwischen den Nuklearmächten ein. Glaubwürdige
Abrüstungspolitik verbindet Abschreckung mit verifizierbaren, wechselseitigen
Schritten und hält Wege zu künftiger Reduktion offen.
Die Verlässlichkeit der USA ist keine Konstante mehr. Europa muss fähig sein,
sich im Ernstfall selbst zu verteidigen - als Partner der NATO, nicht gegen sie,
aber Schritt für Schritt auch Fähigkeiten der USA ersetzend. Partner müssen bei
Fähigkeiten, Stationierung und Einsatz verbindlich mitentscheiden und -wirken.
Krieg findet zunehmend im Cyberraum, im Weltraum und über autonome Systeme
statt. Dafür brauchen wir gemeinsame globale Regeln, europäische technologische
Souveränität und demokratische Kontrolle:
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