| Veranstaltung: | Tagung der BAG Frieden & Internationales | 21. - 22. Februar 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | TOP 6.6. Wahl der Kooptierten |
| Antragsteller*in: | Sonja Schiffers |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 07.02.2026, 18:54 |
B1: Sonja Schiffers
Selbstvorstellung (Bei PDF Anhang auf diesen verweisen)
Liebe Mitglieder und Aktive der BAG,
Zeitenwende und Epochenbruch - die letzten Jahre haben uns in der Außenpolitik viel abverlangt. Die Krisenherde werden immer zahlreicher, mit fürchterlichen Opferzahlen und kaum Aussicht auf nachhaltigen Frieden. Es ist nicht leicht, bei den sich täglich überschlagenden Weltereignissen überhaupt noch mitzukommen. Und ebenfalls nicht einfach ist es, gemeinsame Positionen zu finden, die klar sind und dennoch den oft komplexen Geschehnissen gerecht werden. Auch braucht es in unserer sozialmedialisierten Welt einiges an Mut, um mit neuen Positionen voranzugehen und sich teils heftigen Anfeindungen auszusetzen.
Nach knapp sechs Jahren als Aktive der BAG und Co-Koordinatorin der AG Osteuropa kandidiere ich nun erneut als Kooptierte. Die vergangenen zwei Jahre als Kooptierte habe ich als sehr bereichernd empfunden - insbesondere unsere erfolgreichen Anträge zum letzten Bundestagswahlprogramm, die vielen wichtigen politischen Diskussionen im Rahmen der BAG, den Nahostprozess und natürlich den Austausch in der AG Osteuropa. Seit Mai 2020 habe ich gemeinsam mit Holger Haugk 36 Sitzungen der AG Osteuropa der BAG organisiert, oft unter Beteiligung von grünen Entscheidungsträger*innen sowie angesehenen Expert*innen aus Thinktanks und der Wissenschaft.
Die grüne Außenpolitik und insbesondere die menschenrechtsorientierte Osteuropapolitik haben mich Anfang 2012 dazu bewegt, bei Bündnis 90/Die Grünen einzutreten. Trotz der gewaltigen internationalen Herausforderungen bin ich überzeugt davon, dass wir wir an einer guten Portion grünen Idealismus festhalten sollten. So argumentierte ich bereits 2021 in einem Impulspapier für die Böll-Stiftung für einen „prinzipientreuen Pragmatismus.“ In Anerkennung der sich verändernden Wirklichkeit müssen wir unsere Positionen stetig weiterentwickeln und gleichzeitig Sorge tragen, unseren Werten treu zu bleiben. Die BAG kann hierzu - informiert, kritisch und konstruktiv - einen wichtigen Beitrag innerhalb der Partei leisten.
Meine Expertise in der Osteuropapolitik (Südkaukasus, Russland/Ukraine, Balkan), EU-Erweiterungspolitik, der Zivilen Krisenprävention und Friedensförderung sowie in Feminismus und Genderfragen möchte ich der BAG als Kooptierte gerne weiterhin anbieten. Osteuropa beschäftigt mich seit Beginn meines Studiums der Europastudien (B.A.) und Internationalen Beziehungen (M.A.). Längere Auslandsaufenthalte führten mich nach St. Petersburg, Moskau und Tbilissi, aber auch nach Maastricht, Bordeaux und San Francisco. In meiner Doktorarbeit habe ich den illiberalen Einfluss Russlands und der Türkei in der EU-Nachbarschaft, speziell Bosnien und Georgien, untersucht. Meinen diversen Interessen in und um Osteuropa konnte ich auch als Gastwissenschaftlerin der Forschungsgruppe Osteuropa und Eurasien der Stiftung Wissenschaft und Politik (2017-19) nachgehen. Außerdem habe ich mich vertieft mit der UN-Agenda Frauen, Frieden, Sicherheit beschäftigt, unter anderem als ehrenamtliche Präsidentin (2017-19) und Leiterin des Programms Gender und Internationale Politik (2016-20) von Polis180 e.V. sowie als Mitglied des Beirats der Bundesregierung Zivile Krisenprävention und Friedensförderung (2018-2024). Von Januar 2020 bis April 2021 habe ich zu osteuropa- und außenpolitischen Themen für unsere Grünen im Bundestag gearbeitet. Seit Sommer 2021 leite ich das Regionalbüro Südkaukasus der Heinrich-Böll-Stiftung.
Ich hoffe auf euer erneutes Vertrauen und gute Zusammenarbeit, und schicke herzliche Grüße aus Georgien. Lasst uns als Grüne zusammenstehen. Nur so können wir auch anderen eine werte- und regelbasierte Politik abringen, die es in dieser immer ruchloseren Welt so dringend braucht.
Eure Sonja
